Karl Anton Dluhosch

Expedient. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1909    † 1943

 

Lebenslauf

Karl Anton Dluhosch wurde am 12.8.1909 in Wien geboren. Er arbeitete als Expedient.

Bezirksleiter der KPÖ Wien-Neubau

Karl Anton Dluhosch war ab 1940 Bezirksleiter der KPÖ Wien-Neubau. Ab Sommer 1939 warb er ehemalige Schutzbündler für eine kommunistische Zelle, die er selbst leitete.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Karl Anton Dluhosch wurde am 25. 6. 1941 verhaftet und am 14. 1. 1943 zum Tode verurteilt. Am 17.5.1943 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Die schwere Schuld dieses Angeklagten kann nur durch die Todesstrafe gesühnt werden. Die Sicherheit des Reiches und der Blick auf die kämpfende Front verlangen gebieterisch ein nachdrückliches Einschreiten gegen solche treulosen Volksgenossen, die unter Ausnutzung des Krieges und der dadurch erschwerten Abwehrmaßnahmen sich erdreisten, die innere Front zu unterhöhlen und dem Bolschewismus in einer Weise zum Siege zu verhelfen, wie es der Angeklagte Dluhosch unternommen hat. Jede Milde würde in solchem Falle dem nationalsozialistischen Staat als Zeichen von Schwäche ausgelegt werden und ähnlichen Elementen Auftrieb zu staatsfeindlicher Betätigung geben. Dluhosch war deshalb zum Tode zu verurteilen.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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